41. und 42. Schwangerschaftswoche

Abbildung Entwicklung des Babys in der 40. Schwangerschaftswoche

Wie schnell die Zeit vergeht – mittlerweile seid ihr schon in der 41. Schwangerschaftswoche angekommen und streng genommen über dem errechneten Geburtstermin. Es wird dich vielleicht beruhigen, dass sich nur wenige Babys an jenem Termin orientieren, der im Mutter-Kind-Pass eingetragen ist. Nur 5% aller Babys kommen „pünktlich“ zur Welt. Einige machen sich vor ihrem Termin auf den Weg, der Großteil lässt sich ein wenig länger Zeit.

Nur mit der Ruhe!

Von der 41. Schwangerschaftswoche spricht man, wenn du rechnerisch bei 41 + 6/7 Tage liegst. Es handelt sich hierbei um eine Terminüberschreitung, jedoch noch nicht um eine echte Übertragung. Diese sind ohnehin sehr selten. Wenn man unbedingt eine Bezeichnung dafür möchte, bist du ab dem Überschreiten des Geburtstermins überfällig.

Die gute Nachricht lautet: Das muss überhaupt nichts Negatives bedeuten. Dein Baby und dein Körper sind mittlerweile ein eingespieltes Team, du kannst darauf vertrauen, dass beide das Signal zur Geburt geben, wenn sie dazu bereit sind. Eine Geburt ist ein natürlicher Vorgang, von dem wir lernen dürfen, dass wir ihn nicht bis ins letzte Detail kontrollieren können. Das betrifft sowohl den Ablauf an sich als auch den Punkt, an dem es tatsächlich losgeht. Der Geburtstermin wird zu Beginn deiner Schwangerschaft berechnet und es handelt sich dabei um eine Wahrscheinlichkeit.

Berechnet wird er ab dem ersten Tag deiner letzten Regelblutung (280 Tage) oder ab dem Eisprung (266 Tage). Es kommt jedoch häufig vor, dass sich Frauen nicht mehr genau an den ersten Tag ihrer Regel erinnern und natürlich auch der Tag der Zeugung nicht exakt festgelegt werden kann. Also wird zu Beginn der Schwangerschaft ein Entbindungstermin aufgrund von Berechnungen prognostiziert. Wenn dein Baby wächst, kann dein Gynäkologe/deine Gynäkologin mittels Ultraschall feststellen, ob der errechnete Termin realistisch ist oder ob er/sie vielleicht nachjustieren möchte, weil das Baby schneller/langsamer wächst.

Vielleicht wirst du rund um deinen Termin schon etwas unruhig, Verwandte fragen nach, ob es denn noch nicht losgeht oder ob du schon etwas spürst, auch dein Partner ist nicht mehr so gelassen wie zu Beginn der Schwangerschaft. Wir empfehlen dir, es weiterhin ruhig angehen zu lassen und keinen Druck zu erzeugen. Wenn deine Gedanken immer wieder um das gleiche Thema kreisen und du das Gefühl hast, dass es doch nu endlich soweit sein sollte – nimm dich bewusst zurück und versuche aus dem Gedankenkarussell auszusteigen. Du kannst dir Wehen nicht herbeidenken und sie schon gar nicht erzwingen.

Hast du eine Meditationsübung aus der Schwangerschaftsvorbereitung, auf die du zurückgreifen kannst? Auch einfache Atem- und Entspannungsübungen helfen dabei, den unruhigen Geist zu besänftigen. Bewegung wirkt ohnehin Wunder, auch das Gespräch mit einem lieben Menschen wird dich kurzzeitig von deinen Gedanken ablenken. Versuche, darauf zu vertrauen, dass dein Kind genau weiß, wann es bereit ist, den Mutterleib zu verlassen. Bei manchen Babys muss man nachhelfen, das wollen wir nicht leugnen – aber etwa 60% aller Babys kommen bis zur 42. Schwangerschaftswoche ohne künstliche Unterstützung zur Welt. Denk drüber nach, wie du diese gewonnene Zeit für dich nutzen kannst: Möchtest du jeden Tag ein entspannendes Bad nehmen oder mit deinem Partner noch ein wenig Paar-Zeit verbringen? Vielleicht bei einem Spaziergang oder einem Dinner for two? Du könntest dir ebenso gut eine Massage oder eine Rebozo-Einheit gönnen.

Die Geburt natürlich anregen

Selbstverständlich gibt es Mittel und Wege, um den Wehen einen kleinen Schubs zu geben. Wir haben ein paar Tipps für dich gesammelt – bitten dich jedoch, immer mit deiner Hebamme oder deinem Arzt/deiner Ärztin zu sprechen. Grundsätzlich wirkt die natürliche Geburtseinleitung ohnehin nur, wenn dein Körper dafür bereit ist. Sanfte Methoden helfen dir in jedem Fall dabei, dich zu entspannen und das ist, wie wir wissen, schon die halbe Miete für eine stressfreie Geburt. Kräuteranwendungen kannst du gleich mit einem Ritual verknüpfen – dann trinkst du deine spezielle wehenanregende Teemischung vielleicht mit der Intention, locker zu werden und loszulassen. Weitere Ideen zur natürlichen Anregung der Geburt sind:

  • Bleib in Ob sanftes Yoga, Spaziergänge, Treppen steigen oder Wohnung putzen. Alles, wozu du dich körperlich in der Lage fühlst, ist positiv. Die Durchblutung wird gefördert und die leichte Anstrengung kann deine Gebärmuttermuskulatur zur Arbeit verleiten.
  • Stimulation der Brustwarzen: Wenn es dir angenehm ist, kannst du selbst oder dein Partner die Brustwarzen massieren und stimulieren. Bezieht auch den Warzenvorhof ein. Dadurch wird vermehrt Oxytocin ausgeschüttet.
  • Bitte deinen Partner um eine Bauchmassage mit einem wärmenden/entspannenden Öl.
  • Zimt, Nelken und Ingwer gelten als potenziell wehenauslösend. Du kannst dir in der Apotheke eine spezielle Teemischung zur Geburtseinleitung herstellen lassen oder die Wirkstoffe auch in Form von ätherischen Ölen vernebeln/einatmen. Wenn du möchtest, kannst du sie auch mit einem Trägeröl mischen und sie auf die Schläfen oder Gelenke auftragen – damit du tagsüber immer wieder daran schnuppern kannst.
  • Akupunktur und Akupressur sind zwei alternative Wege, die Geburt anzuregen. Begib dich dafür jedoch in die Hände eines Profis. Tipp: Auch im Shiatsu gibt es bestimmte Punkte, die man gegen Ende der Schwangerschaft bearbeiten kann, um dem Baby auf die Sprünge zu helfen.
  • Mit einem warmen Bad in der Wanne machst du nie etwas verkehrt. Achte jedoch auf deinen Kreislauf und darauf, dass das Badewasser nicht zu heiß ist.
  • Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber Sex kann tatsächlich dabei helfen, Wehen auszulösen. Wenn du dich also danach fühlst, lasse es dir mit deinem Partner noch einmal so richtig gut gehen. Im Sperma sind Prostaglandine vorhanden, die für die Reifung des Muttermundes verantwortlich sind.

Gut zu wissen

Bleibe ihn engen Kontakt mit deiner Intuition. Sobald du Schmerzen oder das Gefühl hast, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte, wende dich an das nächstgelegene Spital, deine Hebamme oder deinen Gynäkologen. Das gilt natürlich auch, wenn du eindeutige Geburtsbestrebungen wahrnimmst. Was Kontrolluntersuchungen anbelangt, empfehlen wir dir, eigenverantwortlich und vorsorglich zu handeln. Es ist bestimmt ratsam, engmaschigere Termine wahrzunehmen, da der Arzt/die Ärztin deinen Zustand im Zuge einer Untersuchung am besten abbilden kann. In vielen Fällen, kommt es vor, dass dich das Krankenhaus (sofern du nicht eine andere Form der Geburt gewählt hast) regelmässig für Kontrolltermine sehen möchte.

Für Familie, Freunde und Kollegen, die immer wieder nachfragen, ob du schon etwas spürst, könntest du dir eine Standard-Antwort/einen Satz überlegen, mit dem du antwortest. Du könntest beispielsweise erklären, dass es sich beim Geburtstermin nur um eine Berechnung handelt und du in Ruhe abwartest. Oder du weist darauf hin, dass die Geburt dann losgeht, wenn Körper und Babys soweit sind. Konkrete Sorgen und Unsicherheiten besprichst du am besten nur mit deinem Partner und/oder einer Vertrauensperson (Doula, Freundin, Hebamme). Halte dir stets vor Augen, dass eine Schwangerschaft, die 41 Wochen dauert, nicht ungewöhnlich ist.

Meilensteine

  • Das Wachstum deines Babys verlangsamt sich ab einem gewissen Zeitpunkt. Es legt jetzt nur mehr wenig Gewicht zu. In der Gebärmutter wird es zudem enger und ungemütlicher – vielleicht eine Motivation für dein Kind, sich auf den Weg zu machen?!
  • Erkundige dich bei deinem Frauenarzt/deiner Frauenärztin, wann die erste Kontrolluntersuchung nach Überschreiten des Termins gemacht wird – vielleicht wird diese auch direkt im Geburtsspital deiner Wahl durchgeführt.
  • Regelmäßige Herzton- und Wehenkontrollen (CTG) sind jedenfalls ratsam.

Checkliste

  • Ablenkung ist Trumpf. Wenn du möchtest, kannst du noch einmal überprüfen, ob du alles in die Kliniktasche gepackt hast, was du brauchst oder ob du noch ergänzen magst.
  • Eine Geburt wird nicht automatisch eingeleitet, wenn du den Termin überschreitest. Wie lange man warten kann, hängt von unterschiedlichen Faktoren wie beispielsweise deinem Gesundheitszustand, dem Wachstum des Babys oder dem Fruchtwasserstatus ab. Üblicherweise spricht nichts dagegen, 7-10 Tage (manchmal sogar 14 Tage), über den Termin hinaus zu gehen.
  • Du kannst die Wehen auch mit natürlichen Mitteln anregen. Sprich dazu mit deiner Hebamme – sie wird dir Tipps und Tricks aus der Naturheilkunde verraten.

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