So entwickelt sich mein Baby im 1. Trimester

So schnell wie in den ersten Monaten, die ein Mensch noch in der wohlig-warmen Bauchhöhle verbringt, wächst er nie mehr wieder im Verlauf seines Lebens. Was nämlich nach der Befruchtung im Körper der Mutter geschieht, wird wohl zu Recht als Wunder bezeichnet.

Der Fötus in der 6. Schwangerschaftswoche
Der Fötus in der 6. Schwangerschaftswoche

Innerhalb weniger Stunden beginnt der Organismus damit, sich auf eine mögliche Schwangerschaft einzustellen. Die Voraussetzungen dafür werden schon mit dem weiblichen Zyklus geschaffen. Kommt es tatsächlich zur Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle, ist das der Startschuss für zahlreiche Prozesse, die binnen kürzester Zeit anlaufen und optimale Wachstumsbedingungen für den Nachwuchs schaffen.

Das erste Schwangerschaftsdrittel ist also eine Zeit großer körperlicher und auch seelischer Veränderungen. In dieser Phase werden Anlagen für alle wichtigen Organe angelegt und es entscheidet sich, ob der Embryo überlebensfähig ist oder nicht. Ebenso entwickelt sich die Plazenta im Körper der Mutter. Der so genannte Mutterkuchen übernimmt bereits nach einigen Wochen die Versorgung des Kindes.

1. Schwangerschaftsmonat (Woche 0-4)

Viele Frauen erleben ihren ersten Schwangerschaftsmonat noch gar nicht als solchen. Ob Wunschbaby oder schöne Überraschung, nur die wenigsten merken zu diesem Zeitpunkt schon, dass sie guter Hoffnung sind. Sie gehen davon aus, dass sich ihre Regelblutung wie gewohnt am Ende des Zyklus einstellt. Wurde die Eizelle befruchtet, bereitet sich der Körper jedoch nicht auf die Ausscheidung der zuvor aufgebauten Schleimhautschichten, sondern, ganz im Gegenteil, auf die Aufnahme der Eizelle in der Gebärmutter vor.

Befruchtung der Eizelle

Rund um den Eisprung, welcher in der Regel 10-14 Tage nach dem letzten Zyklustag stattfindet, besteht jedes Monat die Möglichkeit einer Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle. Dafür gibt es jedoch lediglich ein Zeitfenster von circa 24 Stunden. Gelingt es einem Spermium in dieser Zeit auf die reife Eizelle zu treffen, dann kommt es zur Befruchtung. Besonders spannend: bereits in diesem Stadium werden wichtige Informationen zum Erbgut ausgetauscht. Durch Kombination der väterlichen und mütterlichen Gene entsteht ein vollkommen neuer, einzigartiger Mensch. Typische Merkmale wie z.B. Haarfarbe, Augenfarbe und auch das Geschlecht werden schon bei der Befruchtung festgelegt.

Einnistung

Die befruchtete Eizelle wandert anschließend durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Diese hat wiederum zahlreiche Schichten aufgebaut und so gewissermaßen ein Nest geschaffen. Noch bevor sie sich in der Gebärmutter einnistet, teilt sich die Zelle mehrfach. Dieser Vorgang der Zellteilung ist auch notwendig. Schließlich entstehen daraus gegen Ende der vierten Schwangerschaftswoche zwei wichtige Teile. Eine Zellansammlung wird zur Plazenta (Mutterkuchen), aus dem anderen Teil entwickelt sich der Embryo.

2. Schwangerschaftsmonat (Woche 5-8)

Der Fötus in der 8. Schwangerschaftswoche
Der Fötus in der 8. Schwangerschaftswoche

Häufig bemerken Frauen die Schwangerschaft während der fünften und achten Schwangerschaftswoche. Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen: es kommt vor, dass Frauen erst gegen Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels an eine mögliche Schwangerschaft denken. Das ist vor allem dann der Fall, wenn der Zyklus der Frau ohnehin unregelmäßig ist, sie unter starkem Stress oder chronischen Krankheiten leidet. Das Ausbleiben der Regel gilt als relevantes Schwangerschaftsanzeichen, manchmal treten auch schon Übelkeit, Geruchsempfindlichkeit oder starke Müdigkeit auf. Ein Schwangerschaftstest (z.B. Urintest) und ein anschließender Besuch beim Frauenarzt/bei der Frauenärztin sorgen nach den ersten Verdachtsmomenten für Gewissheit. Die werdende Mutter stellt sich also auf die neuen Umstände ein – währenddessen ist ihr Körper auch nicht untätig. In dieser Phase werden viele Meilensteine für die gesunde Entwicklung des ungeborenen Babys gelegt, daher wird sie oft auch als kritisch bezeichnet.

Organogenese

Im Mutterleib ist in der Zwischenzeit ein eigener Mikrokosmos entstanden. Fruchtwasser, Fruchtblase und Plazenta bestehen bereits. Wichtige Nährstoffe erhält der Embryo jedoch noch vom so genannten Dottersack. Später, wenn die Plazenta die Versorgung übernimmt, bildet er sich einfach zurück. Im zweiten Schwangerschaftsmonat spielt er jedoch noch eine große Rolle. Ist die Versorgung gesichert, widmet sich der weibliche Körper der nächsten, wichtigen Aufgabe: der Ausbildung der Organe. Beginnend mit dem Neuralrohr aus dem sich Nervensystem, Rückenmark und Gehirn entwickeln, werden Anlagen für alle menschlichen Organe gelegt. Auch das Aussehen des Zellhaufens verändert sich rasant. Es bekommt Züge eines Lebewesens, ansatzweise lässt sich eine Körperstruktur erkennen.

Der erste Herzschlag

Das Herz ist zu diesem Zeitpunkt bereits vorhanden, wenngleich es noch nicht sehr weit entwickelt ist. Ab der 7. Schwangerschaftswoche können die ersten Herztöne mittels Ultraschall nachgewiesen werden. Aber auch hierbei handelt es sich nur um einen Richtwert. Manche FrauenärztInnen setzen entsprechende Untersuchungen erst in der 9. Schwangerschaftswoche an – dann ist der Herzschlag bei einem gesunden Verlauf der Schwangerschaft mit Sicherheit zu erkennen. Für werdende Eltern ist dies ein ganz besonderer Moment des Glücks, schließlich gilt der Embryo nun als überlebensfähig.

3. Schwangerschaftsmonat (Woche 9-12)

Das Ende dieses Schwangerschaftsmonats wird von vielen Frauen sehnsüchtig erwartet. Nach 12 Wochen sinkt nicht nur das Risiko für eine Fehlgeburt erheblich, teilweise klingen auch schon die ersten Schwangerschaftsbeschwerden ab. Endlich dürfen Freunde, Familie und Arbeitskollegen eingeweiht werden; mit der Zeit steigt auch das Wohlbefinden der werdenden Mutter, da sie sich immer besser an die neue Situation gewöhnt.

Weiterentwicklung von Organen und Gliedmaßen

Rund um die 10. Schwangerschaftswoche ist der Großteil aller Organanlagen geprägt. Von nun an entwickeln sich die Organe stetig weiter, ihre Aufgabe ist es zu reifen und zu wachsen. Einen Wachstumsschub legen auch die Gliedmaßen hin. Auf Ultraschallbildern sind sie als Knospen erkennbar. Sowohl innere als auch äußere Geschlechtsorgane sind mit Ende des dritten Trimesters vollständig ausgebildet. Bei Mädchen wird bereits ihr gesamter „Vorrat“ an Eizellen angelegt, in den männlichen Hoden entsteht schon Testosteron. Mit der 12. Schwangerschaftswoche endet die Embryonalphase, das ungeborene Kind gilt von nun an als Fötus.

Erste Bewegungen

Bereits in dieser frühen Entwicklungsphase ist der Fötus unglaublich aktiv. Er schläft nur mehr wenige Stunden und bewegt sich fleißig hin und her. Das Platzangebot ist natürlich noch sehr großzügig, er kann also ohne Einschränkungen im Fruchtwasser umher schwimmen. Die Bewegungen folgen noch keinem koordinierten Ablauf, auch sind sie von der Mutter noch nicht zu spüren. Wer Glück hat, kann sie jedoch bei einer Ultraschalluntersuchung erkennen – sofern der Nachwuchs gerade munter ist.

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