So entwickelt sich mein Baby im 3. Trimester

Mit dem dritten Schwangerschaftsdrittel beginnt für Eltern gewissermaßen der Endspurt. Nun ist es an der Zeit, die letzten Vorbereitungen für die Ankunft des neuen Familienmitgliedes zu treffen und sich gemeinsam auf die bevorstehende Geburt einzustellen.

Der Fötus in der 36. Schwangerschaftswoche
Der Fötus in der 36. Schwangerschaftswoche

Etwa 6-8 Wochen vor der Geburt sollte die Kliniktasche für den Krankenhausaufenthalt bereit stehen, auch die Erstlingsausstattung sollte zu diesem Zeitpunkt bereits komplett sein. 8 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt für eine schwangere Frau der gesetzlich vorgesehene Mutterschutz. In dieser Zeit darf sie nicht mehr arbeiten, als Entgelt-Ersatz bekommt sie von der zuständigen Sozialversicherungsanstalt das so genannte Wochengeld.

Werdende Mütter haben dadurch also noch etwas Gelegenheit, sich zu entspannen und in Ruhe alle Vorbereitungen zu treffen. Während Mama (und auch der Papa) also beschäftigt sind, widmet sich das ungeborene Baby intensiv dem Wachstum. Es gewinnt an Gewicht und Größe, seine Sinne werden schärfer und die Organreifung schreitet voran. Gegen Ende der Schwangerschaft macht sich das Baby dann bereit für die Geburt.

7. Schwangerschaftsmonat (Woche 26-29)

Zwischen der 26. und 29. Schwangerschaftswoche schreitet der Reifungsprozess des ungeborenen Babys voran. Es ist bereits ein kleiner Mensch, dem zur vollständigen Überlebensfähigkeit aber noch ein paar wichtige Funktionen fehlen. Sie werden jedoch in den kommenden Wochen ausgebildet.

Lungenreife

Im dritten Trimester beginnt die Lungenreifung. Alle relevanten Anlagen sind zwar schon vorhanden, noch wäre das Baby aber nicht in der Lage selbstständig zu atmen. Daher muss sich die Lunge von nun an kräftig entwickeln. Dafür benötigt sie einen Stoff namens Surfactant. Er wird bereits ab der 24. Schwangerschaftswoche gebildet und von diesem Zeitpunkt an in immer größer werdenden Mengen ausgeschüttet. Um die 35. Schwangerschaftswoche gilt die Lungenreife als abgeschlossen. Babys, die davor auf die Welt kommen, müssen medizinisch versorgt werden und bekommen den Stoff dabei im Regelfall von außen verabreicht. Zeichnet sich eine kritische Situation ab, erhalten werdende Mütter zwischen der 24. und 34. Schwangerschaftswoche Spritzen, die die Lungenreifung des Kindes anregen sollen.

Mit allen Sinnen

Wenngleich der kleine Mensch im Bauch noch relativ mager ist, nimmt er dennoch wahr, was sich in seiner mittelbaren und unmittelbaren Umgebung abspielt. Babys können ab diesem Zeitpunkt Stimmen voneinander unterscheiden, sie reagieren auf den Herzschlag der Mutter und lauschen den Atem-und Verdauungsgeräuschen im Mutterleib. Außerdem geht man davon aus, dass Musik (allen voran Klassik) eine positive oder anregende Wirkung auf Babys hat. Gebärmutter und Fruchtblase fungieren dabei als natürliche Schalldämpfer. Ungeborene Babys nehmen Töne, laute Geräusche, Klänge und Stimmen daher nur dumpf wahr. Wer möchte, kann seinen Nachwuchs bereits während der Schwangerschaft auf eine Melodie oder eine immer gleich bleibende Abfolge von Tönen einstimmen. Angeblich erinnern sich Babys nämlich an Melodien, die sie im Mutterleib regelmäßig hören.

8. Schwangerschaftsmonat (Woche 30-33)

Mamas Bauchumfang wächst und der Alltag wird ein wenig beschwerlicher. Da sind tägliche Entspannungspausen gefragt. Das denkt sich auch das Baby. Es ist trotzdem noch aktiv und seine Bewegungen werden stärker. Es klopft intensiver an der Bauchdecke seiner Mutter an, wenngleich nicht mehr so häufig wie in den vorangegangenen Wochen.

Ruhebedürfnis

Auch der Nachwuchs merkt, dass es bald Zeit wird, seine wohlige Höhle zu verlassen. Er strampelt zwar immer noch gerne und ordentlich, allerdings hat er dafür im Laufe der Zeit immer weniger Platz. In Mamas Gebärmutter wird es schön langsam nämlich eng. Gleichzeitig scheint es fast so, als wolle sich der kleine Mensch noch einmal ausruhen, bevor er sich auf seine große Reise durch den Geburtskanal macht. Im achten Schwangerschaftsmonat schlafen Babys bis zu 20 Stunden pro Tag. Die restliche Zeit sind sie aktiv. Dass sich die Schlaf- und Wachrhythmen der Kleinsten nicht zwingend mit jenen der werdenden Eltern decken, sehen viele als gute Vorbereitung für die Zeit nach der Geburt.

Wachstumsschub

In den letzten Schwangerschaftswochen legt das Ungeborene noch einmal einiges an Gewicht zu. So wiegt es in der 31. Schwangerschaftswoche beispielsweise etwa 1005 Gramm, in der 35. Schwangerschaftswoche dann schon 2300 Gramm. Das Längenwachstum schreitet hingegen ein wenig langsamer voran. Zusätzlich bilden sich im letzten Trimester wichtige Fettdepots. Die Haut wird sozusagen „unterfüttert“. Das Fett wirkt wie eine Isolierschicht, diese schützt das Baby später vor Kälte und anderen Umwelteinflüssen. Ebenso verhärten sich die Knochen ein weiteres Mal - das Kind wird insgesamt stärker und widerstandsfähiger.

9. Schwangerschaftsmonat (Woche 34-37)

Immunsystem

Die letzten Vorbereitungen für die Geburt sind in vollem Gange, auch der Organismus des Babys stellt sich auf neue Aufgaben ein. Er sorgt dafür, dass alle Funktionssysteme und Organe ausreifen, so dass das Kind auch außerhalb des Mutterleibs überlebensfähig ist. Eine wichtige Rolle spielt dabei natürlich das kindliche Immunsystem. Gegen Ende der Schwangerschaft koppelt es sich sozusagen von der Mutter ab. Spätestens ab der 36. Schwangerschaftswoche ist der Nachwuchs bestens für seine neue Lebensphase gewappnet.

Startposition

Ab der 34. Woche senkt sich das Kind immer mehr in das Becken der Mutter hinab. Es gilt nun, die richtige Ausgangsposition für die Geburt zu finden. Der überwiegende Teil aller Kinder nimmt automatisch jene Haltung ein, unter der eine natürliche Geburt problemlos möglich ist: die vordere Hinterhauptslage. Das Baby liegt dann mit dem Kopf voran Richtung Geburtskanal. Das Gesicht des Babys ist dem Rücken der Mutter zugewandt. Wenn sich das Baby nicht von alleine dreht, kann man es mit Hilfe einer Hebamme oder eines Gynäkologen/einer Gynäkologin auch dazu ermutigen. Neben einfach umzusetzenden Maßnahmen besteht auch die Möglichkeit, das Kind von außen zu drehen (nur unter ärztlicher Aufsicht).

10. Schwangerschaftsmonat (Woche 38-41)

Die letzten Wochen einer Schwangerschaft werden für manche Mütter zur echten Geduldsprobe. Sie sehnen den Moment der Geburt herbei und können es kaum erwarten, ihren kleinen Schatz endlich in Händen zu halten. Wann der Nachwuchs jedoch tatsächlich zur Welt kommt, lässt sich nicht prognostizieren. Die wenigsten Kinder werden am errechneten Geburtstermin geboren. Daher räumen Hebammen stets einen möglichen Zeitraum von 2 Wochen vor dem Termin und bis zu 10 Tage nach dem errechneten Datum ein. Wodurch Wehen letztlich ausgelöst werden, ist auch medizinisch gesehen noch nicht restlos geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass die Geburt durch die Ausschüttung von Hormonen angeregt wird.

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