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Namenstage

Während manche genau wissen, wann sie Namenstag haben, entdecken ihn andere eher zufällig im Kalender. Der Namenstag geht auf eine alte christliche Tradition zurück – in einigen, stark religiös geprägten, Ländern Europas hat er auch heute noch eine große Bedeutung.

Erblickte ein Kind im vierten Jahrhundert das Licht der Welt, bekam es den Namen eines christlichen Märtyrers/einer christlichen Märtyrerin. Der Name wurde von den Eltern ausgewählt. Der Namenstag des Kindes fiel somit auf den Tag, an dem jenem Heiligen gedacht wurde, der für den Namen Pate stand. Diese Art der Namensgebung war nicht nur tief verwurzelter Brauch, sondern gewissermaßen auch ein Geschenk an das neugeborene Baby. Eltern erhofften sich, dass das Kind die Eigenschaften des heiligen Namensgebers oder der heiligen Namensgeberin erben würde. Im Laufe der Zeit veränderte sich das Ritual ein wenig. Im Mittelalter erhielten Kinder erst einen Namen, wenn sie getauft wurden. Es wurde dann für das Kind traditionell der Name jenes Heiligen gewählt, der am Tauftag im heiligen Kalender eingetragen war. Während der Gegenreformation wurde noch mehr Wert auf den Namenstag gelegt – er diente der katholischen Kirche als Abgrenzung zum protestantischen Glauben. Heute noch ist es so, dass der Namenstag in streng katholischen Kreisen gefeiert wird, in der evangelischen Kirche ist er jedoch nicht sehr bedeutend, da es dort keine Heilig- oder Seligsprechungen gibt.

Die jeweiligen Namenstage sind in vielen Kalendern eingetragen, lassen sich in der Zeitung oder in Vornamenslexika nachlesen. Von der Bedeutung her wurde der Namenstag im Laufe der Jahre vom Geburtstag abgelöst. Auf einen Kalendertag fallen immer mehrere Namen gleichzeitig. Das liegt daran, dass der katholische Heiligenkalender wesentlich mehr Heilige führt als das Jahr Tage hat.

Feierlich begangen wird der Namenstag heute noch in einigen südeuropäischen Ländern. In Griechenland wird er beispielsweise groß geschrieben und auch in Polen gehört es zum guten Ton, Freunden, Familie und Bekannten an ihrem Namenstag zu gratulieren. Manchmal wird der Tag auch gefeiert, ähnlich einem Geburtstag. Gäste bringen dann Blumen, kleine Geschenke oder Süßigkeiten zur Feier mit. Gern gesehen sind auch Nachrichten, Karten oder ein Anruf anlässlich des Namenstages. Es geht hier wohl auch darum zu zeigen, dass man an den anderen denkt.

In Lettland ist man besonders verrückt nach dem Namenstag. Hier wird er ausgiebig gefeiert, wohingegen der Geburtstag kaum beachtet wird. Der „vārda dienā“, so heißt der Namenstag in der Landessprache, ist ein Ehrentag und wird gebührend begangen. Es gibt einen eigenen Namenstag-Kalender in dem über 800 Namen aufgezeichnet sind und der in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird. Vorchristliche Namen finden sich in diesem Kalender ebenso wie Namen von Gottheiten aus der lettischen Mythologie. Namenstage sind fixer Bestandteil des lettischen Brauchtums.


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